Es kann jeden treffen: Volksleiden Bandscheibenvorfall

Ärzte sprechen bei einem Bandscheibenvorfall (Diskusprolaps) von einem Volksleiden. Fast jeder dritte Deutsche leidet darunter oder hat bereits unter einer Bandscheibenerkrankung gelitten. Im Jahr 2006 fanden weltweit 1,9 Millionen operative Eingriffe an der Wirbelsäule statt, bei etwa 1,3 Millionen dieser Eingriffe waren die Bandscheiben betroffen. In Deutschland unterziehen sich pro Jahr rund 70.000 Patienten einer Bandscheiben-OP. Die Betroffenen sind in der Regel zwischen 30 und 50 Jahren alt. 

Am häufigsten tritt ein Bandscheibenvorfall an der Lendenwirbelsäule auf, seltener kommt er an der Halswirbelsäule vor. Die Brustwirbelsäule ist hingegen fast nie betroffen.

Was passiert bei einem Bandscheibenvorfall?

Der innere, weiche gallertartige Kern (Nukleus) der Bandscheibe liegt als Puffer zwischen den Wirbelkörpern und wird von einem Ring aus Faserknorpel gehalten. Wenn der äußere Faserring (Annulus) der Bandscheibe spröde und rissig wird, verliert er an Stabilität. Die Folge: Die einzelnen Wirbel verschieben sich, sodass es zu schmerzhaften Fehlstellungen kommen kann. Durchbricht der Kern (Nukleus) die faserige Hülle, kann die ausgetretene Gallertmasse in vielen Fällen auf die umliegenden Nerven drücken und zu starken Schmerzen führen - man spricht von einem Bandscheibenvorfall.

Wie kommt es zu einem Bandscheibenvorfall?

Eine ruckartige Drehbewegung des Rumpfes oder schweres Heben können einen Bandscheibenvorfall auslösen. Er kann auch die Folge einer schlechten Sitzhaltung, geringer Bewegung oder von Flüssigkeitsmangel sein. Denn bei einem Mangel an Flüssigkeit trocknet auch die Bandscheibe aus - und sie verliert an Elastizität. Weitere Ursachen sind Übergewicht, eine Schwangerschaft oder eine allgemeine Bindegewebsschwäche.

Woran erkennen Sie einen Bandscheibenvorfall?

Mögliche Symptome für einen Bandscheibenvorfall sind starke, in das Bein ausstrahlende Schmerzen (Ischialgie), Taubheitsgefühle, Kribbeln oder auch Lähmungen an den Beinen, mit denen ein Ausfall der Reflexe einhergehen kann. Auch ungewollte Stuhl- oder Blasenentleerung können auftreten.